Bau, Logistik und technische Infrastruktur 4.0

Bau, Logistik und technische Infrastruktur 4.0 steht für die planerische, bauliche und infrastrukturelle Umsetzung IT-gestützter Untersuchungs- und Behandlungsprozesse sowie von Transport und Logistik.

Dies beginnt bei den Aufnahmeprozessen und der prästationären Diagnostik: Durch Zugriff auf die vom Patienten bereitgestellten Daten (durch Medical Apps erfasste und gespeicherte Vitalwerte) und eine Online-Anamnese über die Web-Portale des Krankenhauses wird der Zeit- und Untersuchungsaufwand erheblich reduziert. Aufnahme- und Behandlungsverträge können zumindest elektronisch vorausgefüllt, aber auch mit den neuen Personalausweisen digital signiert werden.
Dies verändert die Betriebsabläufe erheblich und hat Auswirkungen auf das Raumangebot für diese prästationären, ambulanten Prozesse, auf Wartezonen und administrative Arbeitsplätze.

Auch während des stationären Aufenthalts ist der gehfähige Patient über intelligente Systeme (Smartphones, Tablets, Wearables) jederzeit erreichbar und kann für anstehende Untersuchungen termingerecht zu den jeweiligen U/B-Räumen „gelotst“ werden. Das unbestimmte Warten hat ein Ende.

Wie aus seiner „gesunden“ Welt gewohnt, kann der Patient seinen Behandlungsablauf verfolgen, bekommt vertiefte medizinische Informationen und Aufklärung und kann seine Mahlzeiten aus einem reichhaltigen Speiseangebot wählen. Zum Essen kann er das Patientenzimmer verlassen und die Mahlzeit in dem Bistro seiner Wahl gemeinsam mit anderen Patienten oder seinen Angehörigen einnehmen.

Zusätzlich bieten IT-gestützte Licht- und Klimasteuerungstechnologien eine aktive und an den natürlichen Biorhythmus anpassbare Patientenumgebung. Untersuchungen zeigen, dass diese Lösungen erheblichen Einfluss auf eine Senkung der Verweildauern haben.

Auch die Arbeitsplätze für das ärztlich-pflegerische Personal ändern sich: Auf den Stationen können administrative Büroräume auf das für Patientengespräche erforderliche Maß reduziert werden, da die medizinischen Dokumentationen, Bestellungen und Terminplanungen auf mobilen Endgeräten während der Behandlungen oder in den U/B-Räumen erledigt werden.

Bestimmte Arbeitsplätze (z. B. im OP oder auf der ITS) bekommen einen „Cockpit-Charakter“. Auf verschiedenen Monitoren werden z. B. aktuelle Vitalwerte, der Status des Fluid-Managements, Realtime-Ultraschallbilder und Informationen aus den medizinischen Informationssystemen übersichtlich präsentiert. Der Platzbedarf für diese IT-Infrastruktur ist bei der Raumgestaltung zu berücksichtigen.

Für die Patientensicherheit haben sich IT-gestützte Medikationssysteme auf Grundlage eines Unit-Dose-Systems bewährt. Diese ermöglichen sowohl die Mitwirkung der Krankenhausapotheker an der Arzneimittel-Therapie als auch die patienten-individuelle Konfektionierung und Verabreichungskontrolle.

Damit die IT-gestützten Ver- und Entsorgungsprozesse störungsfrei ablaufen können, sind die horizontalen und vertikalen Transportwege festzulegen, sind Stau-, Entlade-, Lager-, Kommissionier- und Rangierflächen unter Berücksichtigung der Transportgeräte zu planen. Nach allen Erfahrungen ist es sinnvoll, diese Planungen durch eine Simulation abzusichern, um Störungen im Betriebsablauf nach der Inbetriebnahme weitestgehend zu vermeiden.

Letztendlich muss auch die physikalische IT-Infrastruktur in ihrem Raumbedarf sowie den Medien (Klimatisierung, Notstrom) und der baulichen Sicherheit funktionsgerecht und sorgfältig geplant werden.

Für eine integrierte Planung sind moderne IT-Planungstools erforderlich.
Für öffentlich geförderte Bauprojekte mit einem Volumen von mehr als € 5 Mio. empfiehlt das Bundesbauministerium deshalb den Einsatz von Building Information Modeling Systemen (BIM).

  • Open Office in der Normalpflege
  • der medizinische Arbeitsplatz, Raumgestaltung für integrierte Funktionsbereiche
  • Logistikplanung
  • Planung der IT-Infrastruktur
  • Building Information Modeling